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Diskutiergeschichten

 

 

Loretta und der grollende Berg

Loretta lebt in Italien. Aus der großen dreckigen Stadt Rom zog sie mit ihren Eltern auf die Insel Sizilien, zu ihren Großeltern. Auf einem großen Berg, genannt Aetna bauten sie sich ein Haus. Die Menschen aus der Stadt am Fuße des Berges, nannten ihn nur den grollenden Berg, weil dieser ab und zu ein paar Rauchschwaden ausstieß. Loretta stellte sich dann immer einen kleinen Drachen vor, der gerade aufwachte und probierte ob er denn noch Feuer speien konnte. Die kleine Familie genoss ihr Leben auf dem Berg, in ihrem kleinen Häuschen und dem kleinen Garten.

Das sollte sich bald ändern. Ganz plötzlich ohne das Loretta begreifen konnte was geschah, flogen riesige Steinbrocken zum Berg hinaus, diesen folgten bald hohe Aschefontänen. Asche bedeckte auch die Großstadt am Fuße des Berges. Weil das Leben auf dem Berg sehr gefährlich wurde lebte die Familie jetzt in einer Turnhalle in der großen Stadt. Man beobachtete jeden Tag aufs Neue das Naturschauspiel. Der Berg spuckte Tag und Nacht glutrote Funken. Und dann kam das Unfassbare. Was Fernsehleute und Touristen interessant fanden und bestaunten, wurde für Loretta und ihre Eltern bitterer Ernst. Eine glutrote, heiße und dampfende Masse schob sich aus dem Berg. Die Lava bedeckte alles was ihr auf dem Weg ins Tal im Wege war.

Loretta zeigte den Fernsehleuten auf dem Berg was ihr und ihrer Familie geblieben ist. Hier habe ich einmal mit meiner Familie und dem kleinen Drachen friedlich zusammengelebt. Bis zu dem Tag als der kleine Drache böse wurde. Er schmiss riesige Steinbrocken zum Berg hinaus. Schon bald folgten hohe Rauchfontänen die er empor blies. Und dann spuckte er auch noch heißes rotes Blut unter dem heute unser Haus begraben ist. Das schlimmste aber war für mich, das viele nur schauten was wohl noch passieren wird aber nicht daran dachten was uns genommen wurde. Das macht mich sehr traurig. Was können wir jetzt nur tun? Wir haben kein Haus, wir haben nichts mehr. Ich wünsche mir für alle Menschen auf der Welt zum Abschluss eine schöne bunte Welt und ein fröhliches Leben.

Eure Loretta

Viele Kinder auf der Welt sahen im Fernseher Lorettas Geschichte. Und was meinst du wohl was dann passierte? Kinder über Kinder machten sich auf den Weg nach Italien und jedes brachte ein Geschenk mit. Wenn sie einem Kind begegneten was von nichts wusste, erzählten sie Lorettas Geschichte und nahmen es mit. Vom Berg bis weit hinunter ins Tal reichte die Menschenschlange. Jedes Kind brachte was es besonders liebte oder wovon es am meisten hatte. Und es drängten immer mehr Kinder den Berg hinauf und brachten Loretta viele Geschenke.

Ein kleiner braungebrannter Junge, kam als erster auf seinem Esel dahergeritten. Mario, der aus Italien kommt, überreicht Loretta ein kleines Olivenbäumchen, weil er es liebt, sich im Schatten des Baumes auszuruhen, oder diesen auch zu erklimmen.

Schwer beladen kam Ben der Kanadier. Er brachte eine Fuhre mit Holz, damit sich die Familie ein neues Haus bauen kann. In seiner Heimat, gibt es riesige Wälder, die er gern durchstreift und riesige Abenteuer erleben kann

Fröhlich pfeifend kam Kati aus Deutschland angehüpft. Sie brachte Loretta Gurkensamen mit. Für sie gibt es nichts besser schmeckendes auf der Welt. Mit den Worten: " Lege die Samen in die Erde, pflege und gieße sie, so dass sie schön wachsen. Und wenn Du die ersten Früchte naschen kannst genieße sie und denk an mich.", verabschiedete sie sich.

Zwei stolze Mädchen mit Baskenmützen auf dem Kopf stellten sich nun als Yvette und Yvonne vor. Sie kamen aus Frankreich und überreichen eine Weinrebe und eine Lavendelpflaze. Sie mochten den Duft der riesigen Lavendelfelder und naschten für ihr Leben gern die Weintrauben von den Rebstöcken.

Kasim aus Indien war als nächster dran. Er war in den schönsten Farben gekleidet und trug einen Turban. Über seinem Arm hang ein kleines Körbchen. Er überreicht es Loretta mit den Worten: "Hier drinnen sitzen die Küken des Vogels Vielauge. Wenn sie groß sind und den Hochzeitstanz aufführen, wirst du staunen. Der Hahn stellt seine Federn auf und aus seinem Rad schauen dich hunderte von Augen an. Beginnt der Tanz, denkst du, es kommen viele Winde auf, so raschelt sein Federkleid." drehte sich um und ging.

Weiße Feder der Indianerjunge trug seinen schönsten Federschmuck und in seinem Bollerwagen, den er hinter sich herzog, lagen ein paar lange Stangen und ein Paket bunten Stoffes. Er schenkte Loretta ein Tipi, das Wohnhaus der Indianer. Er liebte die bunten Zeichnungen auf dem Stoff, die viele Geschichten erzählen konnten.

Auch aus Grönland bekam Loretta Besuch. Aiku war in Fell gekleidet und brachte einen großen Karton. Groß war die Überraschung bei Loretta, als sie diesen öffnete. Drei kleine Hundewelpen, aus dem letzten Wurf, schauten sie an. Aiku liebte es mit seinen Huskys bei eisiger Kälte im Schlitten und schön warm angezogen über das ewige Eis zu fliegen.

In einem schönen bunten Kleid und dunklen krausen Locken kam nun die Mali aus Afrika. Sie ist mit ihren Freunden auf die Palmen geklettert um dort die süßen Früchte zu Naschen. Weil diese so schmeckten, brachte sie für Loretta einige Dattelkerne mit, damit auch sie später einmal in den Genuss käme.

Natascha aus Russland trug große Rosetten im Haar, die ihre Zöpfe zusammenhielten. In ihren Armen, trug sie eine riesige bunte Puppe. Ach, und wie staunten alle nicht schlecht, als sie noch viele kleine weitere Püppchen aus dem Bauch der großen Puppe zauberte.

Klappernd auf Holzschuhen und mit einer lustigen Haube auf dem Kopf, kam Antje aus Holland des Weges. Sie schenkte Loretta Tulpenzwiebeln, welche später die herrlichsten Farben hervorbringen. Sie mochte es sehr, durch die riesigen Tulpenfelder zu streifen, die Farben zu bewundern und kleine Sträuße zu pflücken.

Jaffa aus der Türkei kam ebenfalls auf einem Esel dahergeritten. In seiner Hand hielt er ein kleines Orangenbäumchen. Seine Eltern besitzen eine kleine Plantage und er hilft immer gern bei der Ernte wo er dann auch mal ein paar süße Früchte nascht

Auf einem kleinen Pony kam der Nanni aus Island angeritten. Dieses schenkte er Loretta. Es bereitet ihm großes Vergnügen mit seinem Pony die Weiten Islands zu erkunden

Plötzlich kam auf Loretta ein riesiger Hut zu. Erst als er näher kam erkannte sie einen kleinen Jungen der mit einem bunten Poncho bekleidet war.. Juan kommt aus Mexiko und schenkt ihr einen kleinen Kaktus. Kakteen gibt es in seiner Heimat sehr viele.

Marika aus Ungarn, bringt Loretta Paprikapflanzen und Sonnenblumenkerne mit. Sie läuft gern durch die riesigen Sonnenblumenfelder ihrer Heimat um danach eine Portion Kesselgulasch mit Paprika für die Schärfe zu genießen.

Phan aus Vietnam trug auch einen großen Hut. In seinen Händen trug er kleine Reispflänzchen, welche er Loretta schenkte. Vietnamesen lieben Reis, weil er so gesund und wohlschmeckend ist.

Mit einem Kamel kam Ali der Beduinenjunge daher. Sein Kamel war schwer beladen. Er schenkte ihr einen Sack voll Wüstensand. Davon gibt es schließlich genug in seiner Heimat. Es bereitet ihm Spaß mit seinem Kamel durch die Weiten der Wüste zu reiten.

Der blonde Olaf aus Norwegen rollte ein Fass mit roter Farbe vor sich her. Damit könne Loretta dann ihr neues Haus streichen. In seiner Heimat sind viele Häuser so angemalt und das liebe er sehr.

So sorgte jedes Kind auf seine Weise für Lorettas bunte schöne Welt.

Und was würdest du Loretta schenken?

 

 

Der kleine Igel Friederich

Eine Geschichte ohne gutes Ende
oder
vielleicht doch?


Der kleine Igel Friederich
das ist ein kleiner Wicht.
Er fand ein Nest aus Stroh,
da war er ganz schön froh.
Und Schatten war da auch genug,
das Stroh lag unterm Himbeerbusch.
Es gab auch viel zu fressen.
Unter Steinen und auch Hecken
lebten ganz, ganz viele Schnecken.
Da stand auch noch ein Apfelbaum
das ist sein allergrößter Traum.
Fällt herab im Herbst das Laub,
bau ich mir einen Igelbau.
So lebte er Tagaus, Tagein,
da kam
was lang schon mußte sein.
Denn der Igel war recht dumm,
lief stets auf der Straße rum.
Lief stets rüber,
schaute nicht
dieser arme kleine Wicht.
Kam ein Auto mal vorbei,
wutsch,
da war der Igel Brei.
Der Mann der ihn gefunden hat,
der schaufelt ihm sogleich ein Grab
weitab vom Schlafgemach.
Das Grab kam unter einen Apfelbaum,
das war ja stets sein großer Traum.
Der kleine Igel Friederich
das war ein kleiner Wicht.

 

 

Armer schwarzer Rabe

Es trug sich zu, das nach einem schönen Regentag, die Sonne lachte gerade wieder und am Himmel war ein wunderschöner Regenbogen zu sehen, sich die bunten Vögel der Stadt an der größten Pfütze trafen und dort planschten und sich bespritzten.

Am Stadtrand aber wohnte ein schwarzer Rabe, der sich gerade so langweilte. Er überlegte und entschloss sich in Richtung Stadt zu fliegen um neue Freunde zu finden.

Plötzlich wurde es über den bunten Vögeln dunkel und sie fürchteten sich. Neben der Pfütze landete ein großer, dicker und schwarzer Vogel. All die bunten Vögelein erschraken sehr und flogen fort. Dieser Vogel war ja so groß, so dick und so schwarz einfach so ganz anders. Der schwarze Rabe war ganz traurig darüber, dass keiner mit ihm spielen wollte und setzte sich an den Straßnrand. Er er dachte so vor sich hin.

Warum will denn nur keiner mit mir spielen?
Bin ich so anders als all die anderen Vögel?


Er flog wieder nach Hause. Dort erzählte er seine Geschichte die er gerade erlebt hat und seine Geschwister trösteten ihn. Sie holten Ihren Malkasten und malten den Raben schön bunt an. Er war so glücklich als er wieder neben der Pfütze landete und sich keiner mehr vor ihm fürchtete. Aber was meinst du wohl was passierte als er in die Pfütze sprang und planschte und spritzte wie all die anderen. Die Wasserfarben lösten
sich von seinen Federn und er war so schwarz wie vorher. Die bunten Vögel taten sich zusammen und beschimpften den armen schwarzen Raben und er zog abermals traurig davon.
Und dacht wiederum über sich und die anderen nach.

Bin ich so anders als sie?
Spiele ich so anders?
Oder wovor haben die anderen Vögel Angst?


Er watschelte traurig durch die Stadt und da plötzlich stand er vor einem Geschäft mit bunter Bademode. Er kaufte sich von seinem letzten Taschengeld einen schönen bunt gemusterten Taucheranzug und eine große XXL Sonnenbrille, damit keiner sein schwarzes Gesicht erkennen konnte und flog zurück zur Pfütze. Die bunten Vögel planschten, spielten und spritzten mit ihm, weil alle den Raben für einen von sich hielten. Sie hatten alle einen wunderschönen Tag.
Der Rabe erzählte noch oft davon.

Aber, war er als schwarzer Rabe so anders als all die anderen Vögel?
Hätte er da anders gespielt als in seinem bunten Anzug?
Ich glaube es nicht.
Und Du?

 

 

Mehrteilige Geschichten

 

 

Die Guten und die bösen Mächte

Wie alles begann

Nicht weit von hier, da lag ein Wald, welchen sich zwei Mächte teilten. Zur rechten Seite, da lebten die guten Mächte und zur linken Seite lebten die bösen Mächte. Und an jeder Seite lag ein kleines Dorf.

Wenn im rechten Dorf ein Kind geboren wurde, kamen zur Nacht elfengleiche Wesen angeflogen und hüllten das Kindlein in einen glitzernden Sternenstaub. Durch diesen Zauber waren die Menschen dort lieblich anzusehen. Sie ehrten die Älteren und zeitgen ihnen Gehorsam. Alle gingen höflich miteinander um. Jeder schenkte jedem ein Lächeln, ja, sogar vor der Schnecke auf ihrem Blatt, zog man freundlich seinen Hut. Die Menschen trugen Kleider aus Leinen und wussten recht viel. Ihnen gereichte was sie hatten. Mit Fleiß gingen sie an ihre Aufgaben und konnten doch nicht so recht vorrankommen.

Zur linken Seite kamen dunkle dicke Käfer in die Wiege gekrabbelt und setzten sich ans Ohr des Kindes. Bisher weiß keiner, was die Käfer dort taten, vielleicht hauchten sie dem Kinde ihre Schandtaten ein. Die Menschen dort sind einfältig, dumm und mobbten sich untereinander. Die Männer tranken Alkohol, die Frauen waren unordentlich und die Kinder ungehorsam. Leute die alles besserwissen wollten konnte man dort an jeder Ecke antreffen. Lüge und Verrat regierten das Dorf. Man ging in Samt und Seide gekleidet, was dann auch mit Eitelkeit und Stolz zur Schau getragen wurde.Hier hat man es zu etwas gebracht. Die Bestechlichkeit und die Gier erlebten ihre Hochzeit.

Die Tugendhaften beobachteten traurig, in was für einem Prunk das kleine Dorf zur linken Seite, in Windeseile zur Stadt heranwuchs. Und schon bald zogen die Jungen Leute, aus dem Dorf zur rechten Seite, aus um in der großen Stadt viel Geld zu verdienen. Im Gepäck hatten sie viele Ideen und Talente.

Die Lastehaften jedoch, versuchten die Tugendhaften auszunutzen. Sie schätzten zwar den Fleiß und die Pünktlichkeit, die Ideen und die Talente, aber das Wissen versuchten die Besserwisser zu toppen. Und so geschah es, das die Liebe sich zur Lust und zur Untreue gesellte, die Streber die Fleißigen verdrängten und die Enthaltsamkeit auf die Gier traf. Und schon bald fingen die Tugendhaften an Trübsal zu blasen.

Die Stadt jedoch wuchs weiter und weiter, bis sie das Dorf zur rechten Seite berührte. Jetzt zeigten die Lasterhaften ihr wahres Gesicht, was die Tugendhaften in Angst und Schrecken versetzte. Der Menschenhass ward geboren. Die Heuchelei sollte zwischen den Menschenvermitteln, aber die Tugendhaften hielten an ihren Tugenden fest, da half auch keine Bestechung.
 
 
Aufbruch im Feenwald

Schon lange beobachteten die Feen dieses Treiben. Traurig darüber was aus ihren Gaben gewurden war, ersannen sie einen Plan.

An der Grenze zur Linken, saßen die großen dunklen Käfer und jubelten und trotztdem waren sie auf de Hut. Ihre Hörner, die sie am Kopf trugen, standen zum Kampf bereit gesenkt. Sie trugen zwar ihre Schlechtigkeiten, wer weiß wie, in die Welt hinaus, aber zaubern, j
a, das konnten sie nicht.

Die Feen jedoch, tanzten einen Reigen. Sie trugen Schnabelmasken und fingen an sich zu drehen. Immer wilder und wilder wurde der Tanz und ihre zarten Kleider wehten im Wind. In ihrer Wildheit, in der sie sich drehten, da wuchsen ihnen Flügel und sie verwandelten sich in wunderschöne Schwäne. Und dies übten sie nun Tag um Tag.

Die Käfer jedoch bekamen es mit der Angst zu tun und liefen während der Nacht in die Stadt, zu ihren lasterhaften Freunden, setzten sich zu ihren Ohren und taten wahrscheinlich dasselbe, wie zu deren Kindheit. Denn plötzlich waren auch diese zum Kampf bereit.

Eines Tages, als bei dem Feentanz alles so richtig gut klappte, da trug die erste Fee eine übermächtig lange goldene Kette, die aber so leicht war, dass sie sich im Winde mitdrehte. Ja und als sie sich so drehten, verwandelten sie sich wiederum in wunderschöne Schwäne und flogen gen Himmel. Der erste Schwan hatte goldene Zügel angelegt und auf ihm ritt allen vorran die Feenkönigin. Und so flogen sie über die Wipfel der Bäume ihres Waldes um schon bald in ihrem Dörflein zu landen.

Um ihre Haut zu retten, waren die Lasterhaften gerade mal wieder dabei, die Tugendhaften zu mobben.und die Heuchelei war dabei zu schlichten und zu vermitteln. Und als alle das Rauschen am Himmel vernahmen, schauten sie gen Himmel und staunten, so stark, dass sie ihren Mund garnicht wieder zu bekamen.

Aus der anderen Richtung jedoch, kam ein scheußliches Gebrumm und die Käfer landeten vor ihren lasterhaften Freunden um sie zu schützen. Was wiederum ein Staunen hervorbrachte, nur etwas anders. Die Tugendhaften ekelten sich

Die Feenkönigin jedoch, trat vor und zog ihren Feenzauberstab. So klein und zart sie auch war, sprach sie doch mit einer starken und festen Stimme und erhobenen Zauberstab: "Wer die Tugenden nicht achtet und selbst in allem nur das Schlechte sieht, der möge schrumpfen, so lange bis er nicht mehr gesehen wird. Und nur die Erkenntnis kann ihn wieder zum Wachsen bringen." So sprach sie und verschwand wieder mit ihren Schwänen im Wald.

Gegen diesen Zauberspruch waren die Käfer machtlos und brummten ebenfalls wieder ab.

Schutzlos ausgeliefert blieben die Lasterhaften zurück und merkten schon bald ein merkwürdiges kribbeln in ihrem Bauch. Einige bekannten sich noch schnell zu den Tugendhaften und versprachen so zu werden wie diese. Alle anderen begannen plötzlich zu schrumpfen, so sehr, dass sie schon bald nicht mehr gesehen wurden.

 

Ein neues Leben beginnt

Von nun an veränderte sich das Leben in der Stadt. Die tugenden vermischten sich mit den Lastern. Die Fleißigen mit den Strebern, die Liebe mit der Lust, die Wahrheit mit der Lüge, die Gehorsamen mit den Ungehorsamen, die Schönheit mit der Eitelkeit, die Wissenden mit den Besserwissern, die Ordnung mit der Unordnung und was sich sonst noch so fand. Die Mäßigkeit ermahnte die Tugenden und Laster, ihr Ich in Maßen anzuwenden. Die Heuchelei saß weiterhin zwischen zwei Stühlen und versuchte zwischen beiden zu vermitteln. Die Bestechlichkeit und die Gier starteten einen triumphalen Einzug, welcher ihnen gründlich misslang, da der Zusammenhalt sich ihnen in den Weg stellte. Keiner wollte mehr etwas von ihnen wissen.Nur der Geiz fand ein kleines Schlupfloch und gesellte sich zur Mäßigkeit. Die Laster erkannten schon bald, dass ein Leben ohne Samt und Seide auch ganz lebenswert ist. Alle stürzten sich in das Abenteuer "Neues Leben". Zwar eines mit Ecken und Kanten, aber um ein vielfaches interessanter.

Aber auch die Geschrumpften Menschen mussten sich an ein neues Leben gewöhnen. Zuersteinmal mussten sie sich neue Wohnungen suchen, denn ihre konnten sie ja nicht mehr nutzen. Alles war so riesengroß, genauso wie bei den Riesen in einem weit entfernten Wald. Sie zogen zu den Mäusen und wohnten mit ihnen gemeinsam in ihren Löchern. Die Leute die das Stehlen liebten machten sich an ihren Vorräten zu schaffen um nicht zu verhungern.
Andere wiederum zogen große Schneckenhäuser vor. Im Park, wo das Gras inzwischen meterhoch schien, wurden die Schnecken, bei Vollmond, mit viel Raddau aus ihren Häusern vertrieben.

Im Wald des Bösen gingen die Menschen auf schmalen Pfaden, entlang an hohen Moosbergen und beschirmt von riesigen weißen Geisterpilzen, spazieren. An Sonnenlicht war garnicht zu denken, dieses schluckten schon die Bäume und die Pilze.

Was die Menschen auch taten, stets waren die Käfer in ihrer Nähe und achteten darauf, dass die Erkenntniss sie nie erreichte.

Als im Frühjahr die Erdbeerernte begann, sah man die kleinen Menschen mit Leitern bestückt losziehen. Die Pflanzen waren nämlich so hoch, dass sie so garnicht an die Früchte kamen. Andere schoben große Körbe vor sich her, in welchen dann die Früchte abgelegt wurden. Und dann wurden die Körbe an riesen Seilen über viele Reisighölzer nach Hause gezogen. Im Sommer wenn das Wurzelgemüse, wie Karotten, kam zogen die Männer mit starken Tauen aus. Dann zogen alle gemeinsam an den Tauen und die Karotte war geerntet. Viele starke Männer trugen diese dann gemeinsam bis vor das Mauseloch und die Mäuse halfen dann diese mit ihren Zähnen in mundgerechte Stücke zu zerlegen. Und wenn die Tugendhaften Riesen, im Sommer und Herbst die Früchte von den Bäumen holten, schauten die kleinen Lasterhaften neidvoll nach oben. Aber erst labten sich noch die Vögel und anderes Getier an denen. Und an dem was dann zu Boden fiel, labten sich die Trunksüchtigen, denn die Früchte waren schon vergoren.

Einfach war dieses Leben nicht und man war auch nicht übermäßig glücklich. Mit den Jahren verschlissen die Kleider und man trug nur noch Lumpen. Die Haare wurden lang und länger und die Männer trugen schon bald lange und verwuschelte Bärte. Die schöne Stadt fing langsam an zu verfallen.

Im Dorf aber blühte das Handwerk und die Kunst. Und ab und zu kam es sogar vor, dass zum Klavierspiel die Mäuse in roten Hackenschuhen auf den Tischen tanzten.

 

Der Tag der Erkenntniss

An einem regnerrischen Tag, an dem alle Kinder lieber drinnen blieben, ja da passierte es, dass eines nach schönen Sachen der Mutter suchte, um Prinzessin zu spielen. Noch schnell ein paar schicke Schuh und dann kann das Spiel losgehen. Und so beim Suchen, fand das Kind in der äußersten Ecke des Schrankes etwas, was es noch nie gesehen hatte. Einen Spiegel. Den hatten nämlich die Eitlen in die äußersten Ecken ihrer Schränke verbannt. Wer schaute dieses Kind da nur an? Ein schönes Mädchen mit goldenem, dicken Haar, und schön anzusehn, schaute dem Kind entgegen. Aber was war das? Ein großer Pickel auf der Nase und noch viele kleine quer über das Gesicht verteilt. Ach wie schauderte es da dem Kinde. Erschrocken warf es den Spiegel aus dem Fenster, in Richtung der verfallenen Stadt, wo er in viele kleine Splitter zersprang.

Als die Sonne wieder heraus kam, da kamen die kleinen Menschlein aus ihren Häusern und Schneckenhäusern gekrochen, um am Waldesrand in den vielen kleinen Pfützchen ein Bad zu nehmen. Und über ihnen zeigte sich ein wunderschöner Regenbogen. Ja, aber was war das? In der Ferne, genau am Ende des Regenbogens, da glitzerte und funkelte es. Jeder aber auch jeder hatte von der Geschichte des Schatzes am Ende des Regenbogens gehört und sie zogen in Richtung des Schatzes. Je näher sie kamen um so mehr wuchs in ihnen die Gier. Die Leute stürzten sich auf den Schatz und griffen sich was sie kriegen konnten.

Enttäuschung machte sich breit. Lauter kleine Scherben? Mehr nicht? Aber als sie ihren Schatz so betrachteten, schauten sie kleine zottige, dreckige, erbarmungslose Gesichter an. Sollten sie das sein, die einst so ein schönes, unkompliziertes Leben gefürt haben, in Prunk und Schönheit. Was ist nur aus ihnen geworden? Sie nutzten ihre Spiegelscherben, um sich ihre langen Zottelbärte abuschaben. Sie erkannten sich selbst, ihre großen Ziele, die sie damals hatten und den Weg dorthin. Ja und da machte sich ein Gefühl in Ihnen breit, dass sie schon einmal durchlebt hatten und sie wuchsen zu starken Männern und schönen Frauen heran, immer ihr großes Ziel vor den Augen.

Ach ja, solltest auch du dich mal ganz klein fühlen, dann halte doch mal Ausschau nach einer Scherbe des Spiegels der Erkenntnis.

 

 

 

Reginald der kleine Regentropfen

 

In den Bergen

Der Regentropfen Reginald lebte mit seinen Freunden in mitten eines Meeres. Und alle fühlten sich dort wohl. Auch wenn der Sturm tobte. Dann schäumten sie zwar ein wenig, denn einem Regentropfen kann es auch mal schlecht werden. Vergnügt spielten sie dann mit Treibholz und Schiffen und schmissen vergnügt eine Menge Unrat an Land. Aber jeden Tag verschwanden einige von Reginalds Freunden und er wußte nicht wohin.

Eines Tages, als das Meer ganz seicht dalag, da merkte Reginald, wie ihn jemand liebkoste und streichelte. Es wurde ihm plötzlich ganz warm im Herzen. Und dann hatte er das Gefühl als ob er wie durch einen Trinkhalm gesogen gen Himmel sauste. Dort wurde er dann von der Sonne ganz sanft in eine ganz zuckerweiche Hülle gepackt. Oh wie er sich dort wohlfühlte. Aber er blieb dort nicht alleine, nein, immer mehr seiner Freunde drängten sich dazu. Und es wurde immer enger in ihrer Hülle. Und um so mehr diese Hülle wuchs, um so mehr konnte man eine Wolke erkennen. So flogen sie immer weiter in ihrer Wolke. Und als sie so gewaltig wurde und wie ein Blumenkohl aussah, stieß sie an einen Berg und es ging nicht weiter.

Dunkel und drohend hing sie über dem Tal. Langsam und schnaufend kroch die schwere Wolke den Berg hinauf und weil sie so viel Kraft dafür brauchte bildeten sich kleine Risse und die Tropfen fielen einer nach dem anderen hinaus. Und je mehr Tropfen aus der Wolke fielen um so gewaltiger fing es am Berg an zu regnen.

Einige der Tropfen rollten den Berg hinab ins Tal, andere fanden Ritzen durch die sie in den Berg drangen. Oh wie sie sich dort alle drängelten.
Sie bahnten sich immer weiter den Weg durch die tiefen Ritzen in den Berg hinab. Einige tropften von der Decke, andere haben sich zu einem kleinen Rinnsal zusammengetan und flossen so dahin. Im Berg streichelte ein jeder Steine und was ihm sonst so in den Weg kam. Und so ging die Reise immer weiter. Bis sie in einem klaren kühlen Höhlensee landeten.

Langsam drängten sie in einem kleinen Bächlein immer weiter vorran.

Ja und plötzlich wurde es ganz hell vor ihnen und sie stürzten zu Tal. Nun weißt Du sicherlich, das so ein Wasserfall auch ganz schön schäumen kann. Das ist für Reginald und seine Freunde so ähnlich wie Wildwasserbahn fahren.

Schäumten sie nun vor Freude oder war es ihnen schlecht?
Ich weiß es nicht.
Und Du?

Reginalds Weg führte ihn dann noch durch einen Wildwasserbach. Viele riesige Steine verbauten ihm den Weg, er schlängelte sich an ihnen vorbei und auch hier schäumte er. Jeder Stein wurde so geglättet und rund geschliffen, so wie ihr die Steine aus dem Fluss kennt. Und von jedem nahmen sich Reginald und seine Freunde ein Körnchen an Mineralien mit.

Die großen Steine wichen so langsam, der Fluß wurde ruhiger und breiter. Und die Regentropfen schwammen und schwammen bis sie im Meer angekamen. Dort waren sie gefangen, denn ins Meer führt nur ein Weg, nämlich der hinein. Und dort ließen alle Regentropfen ihre gesammelten Mineralien fallen.

Auch Salz ist ein Mineral.

Nun weißt Du wie das Salz ins Meer kommt.

 

In der Stadt

Wieder einmal flog Reginald mit seinen vielen Freunden hoch am Himmel,eng an eng aneinander geschmiegt, in einer Wolke. Sie flogen über Wiesen, Felder und Wälder. Und aus Flüssen und Seen holten sie noch viele Freunde in ihre zuckerweiche Hülle. Und die Wolke wuchs und wuchs.

Plötzlich flogen sie über etwas hohes aus der Erde herrusragendes. Dieses hohe etwas spuckte sogar noch eine graue eklig stinkende Wolke aus. Pfui, so etwas hat Reginald noch niemals gesehen, geschweige dann gerochen. Ob das wohl die stinkenden großen Schornsteine aus der Stadt waren, von denen Reginald im Meer schon soviel gehört hatte?

Die Wolke drückte immer weiter nach unten und wurde bedrohlich dunkel. Sie hing nun mitten über der Stadt. Reginald sah nun zum ersten Mal die vielen großen und kleinen Häuser, die vielen Autos auf der Straße und die kleinen Menschen die dort spazierten. Wie konnten sich die Menschen nur in solch einer stinkenden Welt wohlfühlen, fragten sich die kleinen Regentropfen. Und gerade da patzte ihre Wolke auf und sie regneten hinab in die Stadt.

Reginald platschte an ein Fenster. Und als er so an der Scheibe hinuterkullerte, da konnte er vier traurige Kinderaugen sehen. Aber warum schauten sie nur so traurig, schließlich machten ja die Regentropfen alles frisch und es roch so ganz anders. Die Blumen hoben ihre Köpfchen und die Farben leuchteten viel schöner. Für Reginald kein Grund zum Traurig sein.

Er verkrümelte sich in eine Ecke des Fensterbretts, wo nach und nach noch mehr seiner Freunde ankamen und eine kleine Pfütze entstand. Reginald beobachtete seine Freunde, die auf den Blättern des Efeus gelandet waren und freute sich an den Tieren, die sich unter den Blättern versteckt hatten, um Schutz vor dem Regen zu finden. Die Sonne hatte sich nun wieder durch die Wolken gekämpft und ließ die kleinen Regentropfen leuchten wie kleine Perlen. Die Käferchen, Spinnen und Vögelchen lugten unter ihren Verstecken vor und weit am Horizont sah er einen schönen bunten Bogen. Wenn er
gewusst hätte, dass die Sonne gerade seine weitergeflogenen Freunde anstrahlte, dann wäre er bestimmt auch gern dabei gewesen.

Immer mehr Tropfen drängten sich auf dem Fensterbrett und sie setzten sich langsam in Bewegung. Sie kullerten das Fensterbrett hinab. Einige konnten sich noch festhalten und beobachteten, wie ihre Freunde zu Boden fielen, in eine große Pfütze. Und was sie dort für herrliche Kreise malten.

Aber auch die letzten verließ bald die Kraft und sie fielen auch nach unten in die inzwischen riesige Pfütze. Und alle schüttelten sich beim Geschmack des Wassers. Ist das etwa der Geschmack des
Staubes? Wie kann man sich hier nur wohlfühlen?

Gerade geht eine Tür auf und die traurigen Kinderaugen von vorhin, funkelten plötzlich ganz listig. Mit einem Jauchzen kommen sie näher. Und dann passierte es. Ein paar riesige bunte Ungeheuer trampelten auf Reginald und seinen Freunden rum. Das mag so ein Regentropfen gar nicht. Vor Wut und Schmerz spritzt er in die Höhe und platscht einfach wieder runter. Aber das gefiel den Kindern ja gerade so und sie trieben es immer ärger. Aber die Kinder freuten sich auch daran sich im Wasser
zu spiegeln, die Tropfen im Spinnennetz und die Perlen auf den Blättern zu bewundern.

Aber nach und nach versickerten die Tropfen im Erdreich und fanden den Weg über das Grundwasser und den Fluss zurück zum Meer. Und jetzt konnte Reginald auch von seinem großen Stadtabenteuer im Meer erzählen.

 

Im Regenwald

Reginalds Weg führte ihn und seine Freunde dieses mal in ganz andere Regionen. Sie flogen über ein riesiges Gebiet, wo es nur hohe Baumwipfel zu sehen gab. Diese Landschaft wirkte auf sie wie ein riesiges grünes Gebirge. Vorsichtig lugten sie aus den kleinen Rissen ihrer Wolke und wussten, ein neues Abenteuer steht bevor.

Als sie so aus ihrer Wolke purzelten merkten sie die schwüle feuchte Luft. Am liebszen wären sie allesamt wieder verdunstet und in ihre Wolke zurück gekehrt. Aber schwitzend landeten sie auf den Baumwipfeln. Einige schafften es sich zwischen den Blättern einen Weg zu bahnen, andere landeten ganz oben auf den Blättern und wurden gleich wieder aufgesogen und in eine neue Wolke verpackt.

Reginald zog in seiner neuen Wolke weiter, um ein erneutes mal über dem Regenwald abzuregnen. Dieses mal schaffte auch er es bis unter das Blätterdach der riesen Bäume. He, war das hier lustig. Er ließ sich von Blatt zu Blatt kullern und sprang dabei immer lustig in die Luft, begleitet vom ohrenbetäubenden Regengesang der Brüllaffen. Einige seiner Freunde landeten in den Trichtern von Bromelien und Kannenpflanzen.

Vögel versteckten sich unter den großen Blättern. Und Affen schaukelten an Lianen oder hangelten sich so schnell es ging in die Sicherheit der großen Blätter. Die Blätter bogen sie dann wie kleine Hütchen zurecht, um sich vor dem Regen zu schützen. Überall nur riesige gespannte Augen, die den Regen verfolgten. Um schon bald wieder fröhlich in den Baumwipfeln herum zu tollen.

Schon bald ließ der erste Regen nach und alles Getier kam aus den Verstecken gekrochen. Die Kolibris schwirrten in der Luft und saugten den Nektar aus den Blüten. Eine Spinne spannte ihr Netzwieder auf, das sie gerade vor dem Regen abgehängt hatte um die kostbaren Seidenfäden zu schützen. Schlangen schlängelten sich an den Ästen entlang und Frösche bringen ihre Kaulquappen vom Waldboden hoch hinauf in den Trichter der Bromelien. Diese nutzten natürlich auch andere Tiere zum Trinken. So landeten einige seiner Freunde in den Bäuchen der Tiere oder wurden zur Falle von Insekten, die die Kannenpflanze mit ihrem süßlich duftenden Deckel, anlockte. Die Trichter waren so glatt das die Insekten abrutschten und in den Pfützen ertranken.

Reginald und seine Freunde suchten sich ihren Weg ins Erdreich und drangen hinein. Aber der Weg sollte sie noch nicht zum riesigen Grundwasserkanal führen. Nein, die Bäume im Regenwald sind Flachwurzler und Reginald und einige seiner Freunde wurden von ihnen aufgesogen und rasten wie mit einem Fafrstuhl den Stamm hinauf, über die Äste und das Laub verdunsteten sie dann wieder und alles begann von vorn.

Ja so ein Regentropfen schafft es nim Regenwald nie beim ersten mal auf den Weg zurück zum Meer und es bieten sich ihnen immer wieder neue Abenteuer. Aber wenn sie es schafften, dann gelangten sie in einem riesigen unterirdischen Fluss zurück ins Meer.

 

In der Wüste

Reginalts Weg führte ihn dieses mal über die Savanne Afrikas. Was es da alles zu sehen gab. Riesige Tiere, die mit ihren langen Hälsen bis hoch in die Baumwipfel reichten und sich dort ihr Futter rupften. Fröhlich hüpfende Antilopen und unter einem Baum, im Schatten dösende Löwen. Riesige Graue Tiere mit einer langen Nase machten einen ohrenbetörenden Lärm. Aus dem Wasser glotzten die riesigen Augen der Flusspferde zum Himmel. Gnus rasten durch den Fluss und die vorher träge an Land rumliegenden Krokodile begaben sich blitzschnell ins Wasser um sich eine gute Beute zu sichern. Und Menschen, groß und schwarz in bunte Stoffe gehüllt wanderten durch die Savanne. Bei ihnen waren ihre Ziegen oder auch Kuhherden. Frauen trugen Krüge auf ihren Köpfen. Reginald wollte gern noch mehr von der Savanne sehen, aber es trieb ihn immer weiter vorran.

Plötzlich tauchte vor ihnen die Dünen und der Sandstrand vom Meer auf, so wie sie es kannten. Aber so heiß war es nie. Sie sahen dort riesige Pyramiden stehn, die Pferde die sie vom Strand der Ostsee kannten sahen so anders aus, sie waren schwer beladen und hatten einen Buckel auf dem Rücken. Und die Menschen waren so seltsam angezogen. Sie trugen lange Mäntel und hatten ihren Kopf mit Stoff umwickelt.

Aber lange konnten die Regentropfen dies nicht mehr beobachten.Sie drängten unaufhörlich vorran. Sie türmten sich vor den heißen Luftmassen zu riesigen Türmen auf und drangen in die Wüste ein. Diese wartete schon seit mehr als 5 Jahren auf einen Regenguss. Und als die Wolken erste Risse bekamen und die ersten Tropfen herrauspurzelten zichten diese nur, als sie auf den heißen Wüstensand fielen. Diese wurden nie mehr gesehen. Aber ihre Freunde brachten die Wüste wieder zum Blühen.

Die Aloen trieben meterhohe Blütenstengel zum Himmel und die Kakteen zeigten ihre kleinen zarten Blüten. Die baumhohen Kakteen zeigten ihr ganzes Leben. Der Kakteen-Kauz und Spechte schauen aus ihren Bruthölen. Schlangen finden ihre Nahrung auf der Suche nach Vogelnestlingen. Käfer, Skorpione und Schlangen bevölkern den Wüstenboden. Aber auch unter der Erde herrscht ein reges Treiben. Denn um der schlimmen Tageshitze zu entgehen leben viele Tier in unterirdischen Gängen und schauten jetzt aus ihrem Tunnelsystem herraus. Du glaubst gar nicht wie es plötzlich wuselte, dort in der Wüste, vor lauter Getier.

Und dort wo Reginald seinen letzten Zisch machte, da blühte für kurze Zeit ein kleines zartes Pflänzchen.

 

 

Andere Geschichten

 

 

DAS BILDERBUCH DER ENDLOSLINIENBILDER



Es war einmal ein schwarzer Stift, der immer in einer dunklen Box liegt und nur selten das Tageslicht erblickt. Eines Nachts war er so verbittert darüber, das er viele, viel Tränen weinte. All seine Freunde lagen draußen rum und konnten ihre Frben auf weißem Papier entfalten. Und er? So stieg er eines Nachts aus seiner Box und marschierte leichten Schrittes über das weiße Papier und dachte nach. Mal lief er Bögen nach rechts, dann wieder nach links, nach unten und nach oben, aber kam auf keine Lösung. Aber er machte eine Entdeckung. Er hatte eine lange Spur hinterlassen und staunte nicht schlecht.



Er wollte sich schon in seine dunkle Box zurückziehen, als er noch eine Entdeckung machte. Er konnte etwas in seiner Spur sehen und lief dieser Linie mit kräftigem Schritt nach. Eine gar wunderliche Figur entstand. Müde schlich er zurück in seine dunkle Box.



Am anderen Morgen, als die bunten Farben erwachten, staunten sie nicht schlecht, als sie diese Figur auf dem weißen Blatt sahen. Sie machten sich sogleich dabei ihr ein buntes Leben einzuhauchen. Bunt und bunter wurde das Figürchen und schien vor Freue über das Papier zu hüpfen. Es war so schön bunt und doch fehlte etwas. Aber keiner wusste was!



In der darauffolgenden Nacht krabbelte der schwarze Stift wieder aus seiner Box und machte sich sogleich an die Arbeit Er fühlte sich so gebraucht und freute sich darauf seinen Freunden, den bunten Farben, wieder etwas auf das Papier zu bringen. Aber diesesmal brachte er sich mit in die Figur ein. Ein kleiner Hund der gerne fliegen lernen möchte entstand.



Das unwillkürlich entstenhende machte den bunten Stiften große Freude und sie warteten schon ganz gespannt auf den nächsten Morgen. Und auch der schwarze Stift wurde immer mutiger. Er ließ die Made Apfelschreck aus ihren Apfel krabbeln.



Jede Nacht wurde der Stift etwas mutiger. Diesesmal ließ er eine Fliege über eine Blüte fliegen, was eine besondere Herausforderung an die bunten Stifte stellte.



Die Arbeit machte ihm soviel Spaß, dass er sich immer mehr einbrachte. Er malte ein Häschen, welches in eine Grube gefallen ist. Und merkte irgendwie, das ihn seine Kräfte verließen. Er schrumpfte merklich.



Er wollte noch einmal all seine Kräfte bündeln und sich einbringen. Bei diesem Bild ließ er seine letzte Kraft und ward nie wieder gesehen. Nur ein roter Stift zeigte ein wenig Trauer und malte einen kleinen Strich.



Armer schwarzer Stift!

 

 

 

Die Geschichte vom seltsam Wunderding


Diese Geschichte trug sich zu, als das osmanische Reich noch von einem Sultan regiert wurde. Am Ufer des Maramarameers, nahe des Bosporus, hatte er seinen Palast erbaut. Dieser Sultan war ein kleiner dicker Mann, der mehr als 30 Frauen hatte und noch viel mehr kleine und große Prinzessinen und Prinzen hatte. Er trippelte tagtäglich, vergnüglich vor sich hingrinsend, mit kleinen Schritten durch seinen Palast und ließ sich gern von seinen Dienern in einer Sänfte spazieren tragen. Wenn es einmal so richtig heiß wurde, dann ließ er sich von seinen Dienern mit Palmwedeln kühle Luft zuwedeln. Da er sich natürlich nur sehr wenig bewegte, kam es wie es kommen musste. Er wurde dick und dicker. Eines Tages, konnte er nich einmal mehr laufen, wurde zu dick um in seine Sänfte zu passen. Und so saß er von nun an tagein tagaus auf seinem Thron und beobachtete die Sonne und alles Getier, was an seinem Fenster vorbeikam. Eine Nacht jedoch sollte sein ganzes Leben verändern und nicht nur seines.

Er entdeckte am Himmel ein seltsam Wunderding. Dieses war einmal so rund wie er, um schon bald abzunehmen und irgendwann wieder zuzunehmen, bis es bald wieder kugelrund wie er war. Von diesem seltsam Wunderding war er inzwischen so faziniert, dass er es sich schon bald in seiner Nähe wünschte. Als seine Untertanen von diesem Wunsch erfuhren, machten sie sich unbemerkt lustig über ihren Sultan, denn so etwas schickte sich nicht, und wurde mit dem Tode bezahlt. Jeder, aber auch jeder in seinem Reich, kannte dieses seltsam Wunderding.

Nur seine drei großen Söhne, die inzwischen schon große Feldherren waren, nahmen ihn ernst, und zogen aus um ihm diesen Wunsch zu erfüllen.

Sein ältester Sohn, Feldherr über die Elefantenstaffel, zog mit den Elefanten und seinen Mannen , hoch hinauf ins Gebirge des Bosporus. Mühsam quälten sie sich hinauf, bis auf die höchste Spitze. Die Elefanten hangelten mit ihren Rüsseln nach dem seltsam Wunderding, um es so zu Boden zu reißen. Auch als sie sich auf ihre Hinterbeine stellten, gelang es ihnen nicht. Also zog der ganze Tross unverrichteter Dinge wieder hinab ins Tal.

Dort beratschlagten sich die drei Brüder, und schmiedeten einen Plan. Sie ließen sich von ihren Untertanen lange Taue drehen um das seltsam Wunderding einzufangen.

Nun zog der zweite Bruder aus das seltsam Wunderding zu fangen. Dieser war der Feldherr über die Bogenschützen. Mit seinen
Bogenschützen wagte er sich bis hinauf auf die höchste Spitze des Gebirges. Die Bogenschützen befetigten die Taue an ihren Pfeilen und zielten auf das seltsam Wunderding, und jeder Schuss saß. Mit vereinten Kräften zogen sie es hinab ins Tal, zur Seite des Schwarzen Meeres, wo schon die Reiterstaffel des dritten Bruders wartete.

Die Reiter befestigten die Taue an ihren Satteln und ab ging die Hatz über die Meerenge des Bosporus. Die Pferde flogen so schnell wie der Blitz über das Wasser, so dass sie garnicht untergehen konnten. Begleitet wurden sie von einem silbrigglänzenden Licht, dass das Wasser weiß glänzen ließ. Die Reiter und ihre Pferde wirkten, gegen den Gefangenen, wie kleine Zwerge. Im Schimmer des Lichts wirkten sie wie kleine Zinnfiguren im silbernen Glanz. Bis zu einer besonders schmalen Stelle der Meerenge, dort blieb das seltsam wunderding hängen und verletzte sich so sehr, das sich das Wasser der Meerenge, bis hin zum Maramarameer rot färbte. Mit vereinten Kräften, der verschiedenen Staffeln, konnten sie den Gefangenen wieder aus der Lage befreien. Sie zogen ihn weiter, bis hin zum Sultanspalast.

Im Hof gefangen lag nun die Sichel des seltsam Wunderding. und hüllte den Palast und alles um sich rum in einen silbernen Glanz. Die Sonne strahlte mit dem seltsam Wunderding zusammen und doch machte sich eine Kälte breit im Reich des Sultans, und er konnte keine Freude mehr finden an seinem seltsam Wunderding. So kam es, dass er seinen Gefangenen schon in der nächsten Nacht frei ließ.

Seit dieser dunklen Nacht am Schwarzen Meer nennt sich diese Seite das Abendland, da die Sterne es nicht schafften die Nacht zu erhellen. Die Seite am Maramarameer jedoch, lag die ganze Nacht in einem hellen Lichte da und nannte sich fortan das Morgenland. Und zum Gedenken an die Entführung des seltsam Wunderding, prankt heute auf einem roten Untergrund eine weiße Mondsichel mit weißem Stern.

Ob die türkische Flagge wirklich so entstand, weiß ich nicht. Aber hier kannst Du ganz allein entscheiden, ob du die Geschichte mit einem Schmunzeln gelesen hast, oder ob du sie als wahr emfindest.

 

 

 

Traumgeschichten

 

 

 

Träumerle
oder
Als Eva ihrer Mutter ein Kleid aussuchen durfte




Evas Eltern sind heute zu einem Sommerfest eingeladen. Wie immer steht die Mutter vor dem gut gefüllten Kleiderschrank und weiß nicht was sie anziehen soll. Die kleine Eva sitzt auf dem Bett und schaut der Mutter beim Anprobieren zu. Wie bei einer Modenschau führte Ihre Mutter die Kleider vor.
Zuerst einmal nimmt sie ein schweres Dunkelgrünes Samtkleid aus dem Schrank. Eva schaute in den Spiegel, vor dem sich die Mutter fröhlich drehte. Da erblickte sie eine Wirbel der immer näher kam und plötzlich stand vor ihr ein lustiges kleines Männchen, das Träumerle. Das Traümerle war lustig gekleidet. Es trug ein spitzes Hütchen und einen Sternenumhang, dazu ein paar spitze Schuhe mit einer Sternenschnalle. Oh wie war dieses Männlein lustig anzuschauen.

Das Träumerle nahm Eva an die Hand und zog sie in den Spiegel. Sie gingen beide einen langen Gang entlang bis sie zu einer Tür kamen, auf der die Zahl 1600 stand.



Eva und das Träumerle befinden sich in einem Raum, in dem große, schwere und dunkle Möbel stehen. Bilder hängen an den Wänden, auf denen nur Köpfe zu schweben schienen. Durch den dunklen Raum schwebt ein Kopf auf einer gekrausten Scheibe und zwei Hände auf sie zu. Doch bei genauem hinsehen, erkannte Eva eine Frau die unter der Last ihres Kleides zusammenzubrechen drohte.

„Hallo kleine Eva, du bist hier am spanischen Hof. Wie findest du meine Mode? Mein Kleid besteht aus teuren Seiden- und Brokatstoffen und ist mit Gold- und Silberfäden durchwirkt.“ Das dunkle Kleid aus schwerem Stoff, spannte sich über den geschnürten Oberkörper und einen kegelförmigen Reifrock.
„Mein Korsett besteht aus Eisenstäben und ist über der Brust mit Bleiplatten verstärkt. Auch mein Reifrock besteht aus Eisen. Die Verzierungen aus Edelsteinen lenken den Blick nach oben zu meiner Halskrause aus handgefertigter Spitze. Das lange Haar wurde mir nach oben gekämmt und unter einer Haube, der Toque, verborgen. Denn nur mein Gesicht allein ist wichtig. Na, wie wär’s?“
Eva schüttelte entsetzt den Kopf. So nahm die Mutter ein weiteres Kleid aus dem Schrank. Ihr Lieblingskleid, das pastellfarbene mit den vielen Rüschen. Welches auch Eva ganz toll findet.

Diesmal führte das Träumerle Eva ins 17. Jahrhundert.
Sie befanden sich in einem Zimmer was recht prunkvoll eingerichtet war. An den Fenstern hingen schwere Seidenvorhänge. Im Raum stehen ein Seidengepolstertes Ruhebett, Stühle, eine Kommode ein Schrank und ein Spiegel und das alles schön verschnörkelt.



Durch die Tür schiebt sich eine Frau, die sichtlich Schwierigkeiten damit hatte, wegen ihres riesigen Reifrockes. Auf dem Kopf trägt sie eine Turmhohe Frisur mit einem kleinen Hütchen darauf. „Guten Tag, liebe Eva ich bin die Rokokodame. Ich mag es meine körperlichen Reize zur Geltung zu bringen. Daher trage ich gern weit gebauschte Reifröcke, mit Spitzen und Rüschen. Ich putze mich gern mit künstlichen Blumen und Schleifen. Schön ist auch das eng geschnürte Mieder, das meinen Brustansatz frei lässt. Gern trage ich auch halblange Ärmel mit Spitzenmanschetten. Wie findest du mein Halsband aus schwarzem Samt und dem Amulett?“ Am lustigsten fand Eva aber das Schönheitspflästerchen, für das die Rokokodame nach einer geeigneten Stelle suchte um es zu platzieren. Hier her oder lieber dorthin mit dem Schönheitspflästerchen, was meinst du liebe Eva? „Die prächtigen Kleider in Pastellfarben und den verspielten Mustern trage ich auf bloßem Oberkörper, Unterwäsche gilt als unfein. Mein Luxus sind die Seidenstrümpfe und die schönen verzierten Strumpfbänder. Willst du mal schauen? Magst du auch Schminke und Starke Parfüms? Und gefällt dir meine Mode?“ Während sie das so sprach, puderte sie sich die ganze Zeit mit einer riesigen Puderquaste Eva jedoch dachte, ganz schön viele Fragen auf einmal. Und als sie so an die Unterwäsche dachte, schüttelte sie abermals den Kopf. Und die Mutter schlüpfte in ihr blaues Baumwollkleid.

Da brachte das Träumerle Eva den langen Gang entlang direkt vor eine Tür, auf der die Zahl 1820 stand.



Der Raum war sehr behaglich eingerichtet. An den Fenstern waren freundliche Gardinen angebracht und in ihm standen schlicht gearbeitete Möbel auf einem bunten Teppich. Auf dem Tisch lag eine Tischdecke mit langen Fransen und darauf stand eine Petroleumlampe. Der Kachelofen verbreitete eine behagliche Wärme. Vom Plüschsofa erklang eine Stimme. „Guten Tag, kleine Eva. Ich bin das Fräulein Biedermeier. Ich trage gern Baumwollkleider und ich finde nichts dabei dazu echten Schmuck zu tragen. Wenn ich ausgehe trage ich einen Schutenhut und dazu einen Capemantel oder Schal. Mein Rock ist weit schwingend und fußfrei. Meine Mama trägt gern Spitzenhäubchen, ich aber mag die Spitzen an meinen Unterhöschen. Die unter meinem Rock hervorschauen. Sehr fraulich wirkt die geschnürte Taille, der Schulterkragen und Blenden, sowie der Keulenärmel, deren größte Weite am Ellenbogen liegt. Sehr schön finde ich auch den tief herabgezogenen Ausschnitt. Viel Arbeit erfordern jedoch die vielen Unterröcke, die die Weite des Rockes bringen. Wie findest du meine Mode?“
Da Fräulein Biedermeier ganz schön pummelig aussah, schüttelte Eva abermals mit dem Kopf. Die Mutter schlüpfte in ein enges schwarzes Kleid.

Und plötzlich fand sich Eva vor einer Tür wieder auf der die Zahl 1920 stand.



Als beide das Zimmer betraten kam Eva sehr viel bekannt vor. „Schau mal Träumerle, solch ein schönes Buffet, so eine Anrichte, das Musikschränkchen und so ein herrliches Sofa das hat meine Uroma auch.“ Alles war etwas moderner als bei Biedermeiers. Elektrischen Strom gab es auch schon. Eine Stehlampe bereitete behagliches Licht und aus einer Ecke des Raumes erklang Musik. Aber eines würde Eva hier sehr vermissen den Fernseher, den gab es nämlich zu dieser Zeit noch nicht. In den Raum trat eine schlanke Frau, mit Bubikopf und ganz schön braungebrannt. Sie trug genau so ein enges Kleid wie Evas Mutter.
„Oh Eva, ganz schön stressig der Tag! Morgens ein Sportgirl und abends eine Schönheit. Ich komme gerade vom Tennis und gleich geht’s wieder los ins Theater.“ Sie ging ins Schlafzimmer, um aus ihrem Schrank das gerade, kurze Hemdkleidchen zu nehmen. Sie verzierte es mit Spitzenvolants und Seidenrüschen. Eva wollte gerade zustimmend nicken, da sagte die Frau: „Oder doch lieber das enge Kostüm, den Fuchspelz und den Hut? Was meinst du kleine Eva?“
Das fand Eva fürchterlich und schüttelte wiederum mit dem Kopf. Die Mutter war echt ratlos.

Da ging Eva an den Schrank, gab ihr das schicke enge Kostüm. Darüber legte sie einen pastellfarbenen Seidenschal und sagte: „Jetzt haben wir alle beisammen. Das enge Kostüm, das die Frau der 20ziger Jahre so gern trug. Den Schal, den Fräulein Biedermeier so mochte. Die Pastellfarben der Rokokodame und die Seide der spanischen Weltmode.“ Die Mutter staunte nicht schlecht darüber, was ihre kleine Eva so alles wusste. Das Erlebnis mit dem Träumerle blieb allerdings ihr Geheimnis. Die Mutter legte noch schnell ihre Perlenkette um. Nun konnte Eva beruhigt zu ihrer Oma gehen, worauf sie sich schon den ganzen Tag gefreut hat. Ihre Eltern brachten sie dorthin und machten sich vergnügt auf den Weg zum Fest..

 

 

 

Träumerle
oder
Das Wettschwimmen



Eva hat im Schwimmunterricht ihr Seepferdchen geschafft. Am Wochenende möchte sie ihrer Familie zeigen wie gut sie schon schwimmen kann.

Als es endlich so weit ist und es ab zum Schwimmbad geht, da ist sie doch ganz schön aufgeregt. Endlich angekommen, planschte Papa mit Linda im kleinen Becken, Mama, Franz und Eva schwammen ein paar Runden durchs große Becken.

Plötzlich fiel Eva eine Geschichte ein, die Oma schon einmal vorgelesen hatte. Darin kamen ein Eisbär, ein Pinguin, ein Schwertfisch, ein Delfin und ein Mensch vor. Damit der Badespaß nicht so langweilig wurde schlug Eva kurzerhand ein Spiel vor. Sie teilte sogleich die Rollen auf. Papa sollte der Eisbär sein, Mama der Pinguin, Franz der Schwertfisch, Linda der Delfin und sie selbst wollte der Mensch sein. Nun konnte das große Wettschwimmen beginnen. Sogar Linda mit ihren Schwimmflügelchen durfte mit ins große Wasser.

Zuerst kam Mama der Pinguin ins Ziel, dann Franz der Schwertfisch, dann Eva der Mensch. Papa der Eisbär schwamm zum Schutz neben Linda her, welche einen recht lustigen Schwimmstil hinlegte. Ab und zu hob sie ihren Po recht eigenartig in die Höhe, weil sie schwimmen wollte wie ein Delfin im Wasser springt. Es war zwar recht lustig anzusehen dieses Wettschwimmen, aber irgendetwas stimmte hier nicht. Eva dachte noch den ganzen Tag darüber nach, aber sie kam nicht darauf.

Als sie aber eingeschlafen war, da erschien ihr das Träumerle. Es hatte das kleine Spielzeugflugzeug aus Franz Zimmer unter dem Arm. Es lud Eva ein und beide flogen damit bis ans Meer.



Im tieferen Wasser sah Eva ihr sehr bekannte Tiere. Einen Eisbären, einen Pinguin, einen Delfin und einen Schwertfisch. Das Träumerle setzte zur Landung an. Am Strand stand schon ein Ruderboot bereit. Damit brachte das Träumerle Eva ins tiefere Wasser zu den Tieren. Das Träumerle klatschte in die Hände und Eva sprang ins tiefe Wasser. Damit war das große Wettschwimmen eröffnet.

Blitzschnell schoss der Schwertfisch



durchs Wasser. Der Pinguin



folgte wie der Sausewind. Der Delfin



flog wie der Pfeil dahin. Mit einem großen Abstand folgte der Eisbär



der den Kampf nicht aufgab und ganz weit draußen auf dem Meer waren zwei kleine Punkte zu sehen. Diese waren, Eva die Schwimmerin und das Träumerle in seinem Ruderboot, um Eva zu retten wenn sie die Kräfte verließen. Der schnellste Mensch der Welt schwamm gerade mal so schnell wie eine lahme Ente, erklärte das Träumerle noch.

Ehe Eva die Kräfte verließen schlug sie ihre Augen auf und war froh, dass sie dieses Abenteuer überlebt hat.

Jetzt wußte Eva es ganz genau. Am Frühstückstisch konnte sie nun berichten, wer der schnellste und wer der langsamste unter den Schwimmern ist.

Und wie war das noch mal?

Erst kam der…(Schwertfisch), dann der…(Pinguin), darauf folgte der…(Delfin), dann der…(Eisbär) und dann die lahme Ente der Mensch.

 

 

 

 

Traümerle
oder
Die Hausaufgabe




Heute ist für Eva ein ganz besonderer Tag. Sie bekommt eine neue Lehrerin und ein neues Unterrichtfach, den Heimatkundeunterricht. Sie und alle anderen Kinder der Klasse sind ganz schön aufgeregt. „Wie wird die neue Lehrerin wohl sein und der Unterricht?“, denken die Kinder. Alle sitzen ganz gespannt in ihren Bänken und dann kommt sie, die neue Lehrerin. Nett und freundlich erklärt sie allen, was sie im Unterricht lernen werden. Die Kinder erfahren Sachen über die Pflanzen- und Tierwelt, über Städte und Meere ihrer Heimat. Am Ende der Stunde gibt es eine Hausaufgabe. Die Lehrerin sagte: „ Zum nächsten mal erkundet ihr, wer der fleißigste Tierpapa ist!“

Eva blättert zu Hause gleich in Ihrem Tierlexikon und ihr Papa hilft ihr dabei. Sie fanden viele Tiere wie Vögel, Storch, Pinguin und Seepferdchen. Je näher der Zeitpunkt kam, umso unruhiger schlief Eva.

In der letzten Nacht war es ganz schlimm und als sie endlich doch eingeschlafen war, da plötzlich erschien ihr das Träumerle. Es hatte ein kleines U Boot unter dem Arm und sagte: „Komm kleine Eva, folge mir!“ Sie gingen und gingen, bis sie an einen Fluss kamen.

Sie wanderten noch ein Stück am Fluss entlang, bis sie einen schönen Anlegeplatz für ihr U-Boot gefunden hatten. An einem Ast, der dicht über dem Fluss ragte, befestigten sie ihr U-Boot. Das Träumerle reichte Eva eine Flasche, in der ein Wunderwasser war. Sie trank einen Schluck daraus und merkte ein merkwürdiges kribbeln in ihrem Körper. Plötzlich begann sie zu schrumpfen. Sie wurde kleiner und kleiner. So klein, dass sie in das U-Boot passte. Das Träumerle tat es dem Mädchen nach. Sie huschten schnell über den Ast und verschwanden im U-Boot. „Wie putzig es doch hier drinnen aussieht.“, dachte Eva so bei sich, und schon ging es, auf Tauchstation. Vorbei an Grünpflanzen und Tieren die sie schon aus ihrem Lexikon kannte.

Plötzlich entdeckte Eva ein Tier, das sich wie eine Ziehharmonika fortbewegte. „Was ist denn das für ein lustiges Tier?“, fragte Eva das Träumerle. „Ein Blutegel.“, antwortete dieses. Eva beobachtete weiter, wie dieser Wurm sein Vorderteil nach vorn bewegte, sich festsaugte und das Hinterteil nachholte, sich festsaugte und das Vorderteil wieder nach vorne bewegte. So ging das eine ganze Weile weiter.



Plötzlich sagte Träumerle: „Schau kleine Eva, vor deiner Nase ist das, was ich dir zeigen möchte.“ Sie sah nur einen Fisch, der tüchtig am Nestbau war. „Ganz schön zugige Bude.“, dachte das Kind so bei sich, als der Fisch sein Werk begutachtete. Als der Fisch weg schwamm fragte Eva gleich, ob er noch Material hole um das hintere Loch zu stopfen. „Aber nein“ antwortete das Träumerle „der Stichling sucht sich nun eine Braut.“ „Aha, Stichling heißt dieser Fisch also.“ dachte Eva so bei sich. Es dauerte nicht lange, da erschien der Stichling mit seiner Braut. Sie legte im Nest ihre Eier ab und er jagte sie zum Hinterausgang wieder hinaus. Schaute sich das kleine Häufchen Eier an und ging wiederum auf Brautschau. Beide kamen zurück, sie legte ihre Eier ab und verschwand durch den Hinterausgang. Dies wiederholte sich noch ganze fünfmal. Nun besaß der stolze Stichlingspapa eine stolze Anzahl von Eiern und schwamm wie ein Wächter vor seinem Nest hin und her.

Träumerle steuerte das U-Boot nun auf ein Nest zu, wo schon kleine Stichlinge umher schwammen.



„Von weitem schaut, mit Sicherheit, eine Stichlingsmama zu wie ihre Babys aufwachsen.“, sagte das Träumerle. Denn der Papa schwamm ganz aufgeregt hin und her. „In Ihre Nähe darf sie sich nicht trauen, denn der Papa würde sie sofort angreifen. Er weiß genau was er tut. Denn eine Stichlingsmama ist böse, sie würde alle jungen auffressen. Der Papa wacht ganz genau über seine Kinder. Alle müssen zusammenbleiben, schwimmt doch eines fort, trägt er es vorsichtig in seinem Maul zurück.“ erzählte es weiter.

Kurz bevor das Wachstum einsetzte, schlug Eva ihre Augen auf. Sie frühstückte schnell und ging, noch ganz aufgeregt von ihrem Abenteuer, zur Schule. Als die Lehrerin fragte, ob auch alle ihre Hausaufgaben gemacht haben, meldeten sich alle ganz emsig. Sie erzählten von Vogelpapas, dem Storch und auch dem Pinguin. Wie sie ihre Frauen während der Brut fütterten und später auch bei der Aufzucht der Jungen halfen. Selbst beim Brüten und beim Nestbau wurde geholfen. Auch der Seepferdchenpapa war dabei. Er trägt seine Jungen stets in seinem Sack mit sich und umsorgt sie liebevoll. Und dann kam Eva dran und sagte: „Das ist ja noch gar nichts. Ich kenne einen Papa der die Kinder mehrerer Frauen großzieht. Das ist der Stichlingspapa.“ Die Lehrerin staunte nicht schlecht, als Eva ihre Geschichte erzählte. Musste aber zugeben, dass auch Lehrer noch ab und zu etwas dazulernen.

 

 

 

 

Träumerle
oder
Evas sehnlichster Wunsch




Nur noch wenige Tage dauert es, dann ist Evas Geburtstag. Sie würde am liebsten die ganze Welt einladen, weil sie sich so sehr darauf freut. Dieses Gefühl kennst Du sicher auch? Zu diesem ihrem 6. Geburtstag soll sich ihr größter Wunsch erfüllen. Sie wünscht sich ein echtes Pferd, am liebsten einen Schimmel.

Am Abend vor dem Geburtstag, kann Eva nur sehr schlecht einschlafen, weil sie sehr aufgeregt ist. Als sie dann aber doch eingeschlafen ist, rüttelte und schüttelte es an ihr herrum. Jemand sagte zu ihr: "Mädchen steh auf, es geht los!" "Was geht los?", fragte Eva, "Und wer bist Du überhaupt?" "Ich bin das Träumerle." antwortete das kleine Männchen. "Beeile Dich, Deine Stute bekommt ihr Fohlen."

Eva sprang aus dem Bett und eilte in den Stall. Da lag es schon im Stroh, das kleine Fohlen und Eva fing an es mit dem Stroh trocken zu reiben.

Das Mädchen fand das kleine Fohlen so süß, dass es dieses nicht lange genug beobachten konnte und im Stall einschlief.

Als Eva am Morgen aufwachte, musste sie die anderen Pferde versorgen. Erst musste sie die Buchten der einzelnen Pferde ausmisten. Dazu benutzte sie ihre kleine Spielschubkarre. Karre um Karre brachte sie auf einen riesigen Misthaufen. Danach verteilte sie neues Stroh in den Buchten der Pferde. Dann war füttern angesagt. Nun wollen die Pferde auch noch ihre täglichen Steicheleinheiten genießen. Eva war schon so schlapp vom vielen arbeten. Noch schnell Striegeln und dann ist Feierabend. "Halt," sagte das Träumerle, "die Pferde wollen auch noch bewegt werden! Jetzt ist ersteinmal satteln und zügeln angesagt. Du kannst Dich beim Reiten ausruhen." Das Mädchen tat was ihm gesagt wurde. Sie genoß den Ausritt ganz doll. Das Pferd führte sie über Felder und Wiesen, sprang mit ihr über Gräben, zeigte ihr alles schöne was die Natur zu bieten hat.

Wieder zu Hause, war nur noch das Trockenreiben angesagt. Nun noch füttern und tränken und dann ist endlich Feierabend. Eva war ganz schön geschafft nach solch langem antrengenden Tag und schlief ein.

Plötzlich hörte sie ein seltsam lautes Geräusch. Sie schlug die Augen auf und an ihrem Bett standen ihre Eltern und sangen ihr ein kleines Geburtstagsständchen.



Mit etwas Angst dachte Eva an ihren Wunsch, denn so ein Pferd ist nun doch ganz schön anstrengend.

Am Nachmittag kamen dann die ersten Gäste zu ihrer kleinen Gartenparty. Oma brachte ein riesen Paket mit und übergab es Eva mit den Worten: "Hier hast Du Dein Pferd." Eva packte es aus und zum Vorschein kam ein wunderschönes altes Schaukelpferd. Es sah genauso aus wie die Pferdchen auf einem Karussel.

Auch die Tante brachte ein Pferdchen mit. Ein kleines gelbes zum Aufblasen, womit Eva auch gleich ein paar Runden durch den Garten hüpfte.

Von ihren Eltern aber bekam Eva nur einen kleinen Briefumschlag geschenkt. "Was mag wohl darin sein?", dachte sich das Kind. Da sagte Papa: "Und wir schenken Dir 2 Wochen Urlaub auf einem Reiterhof an der Ostsee." Eva freute sich sehr und rief: "Super!" und dachte so bei sich: "Gott sei Dank! Vergnügen mit Pferden, nutr wenig Arbeit, denn helfen wollte sie schon ein wenig, jetzt wo sie wusste was Pferde so brauchen und mögen. Und dann noch Badespaß dazu."Am liebsten würde sie jetzt sofort losfahren. Aber leider muss sie noch ein paar Wochen warten. Jetzt wurde erst einmal tüchtig gefeiert.

 

 

 

Träumerle
oder
Warum haben Babys blaue Augen?




Nur noch ein paar Tage, dann bekommen Eva und Linda ein kleines Brüderchen. Die ganze Familie ist schon ganz schön aufgeregt. Dann endlich ist es soweit, Mama und Papa fahren ins Krankenhaus. Als Papa wieder nach Hause kommt, verkündet er überglücklich, dass ab heute ein kleiner Jakob mit zur Familie gehört.



Am anderen Tag sind Eva und Linda ganz aufgeregt, denn heute dürfen sie ihren kleinen Bruder im Krankenhaus besuchen. Was für ein kleines Bündel da in Mamas Armen liegt. Und was für schöne himmelblaue Augen die Kinder ansahen. Eva überlegte eine Weile, woher die Farbe kommt. Papa hatte graue, Mama braune, Linda hatte grüne und sie selber hatte türkisen schimmernde Augen. Aber woher kam das wirklich schöne himmelblau in Jakobs Augen. Eva fragte: „Papa, warum hat Jakob so schöne blaue Augen?“ Papa antwortete nur: „Alle Babys, in Mitteleuropa, hätten nach der Geburt blaue Augen.“ „Aber warum?“, wollte Eva wissen. „Das ist eben so.“, antwortete Papa genervt. Sie war sehr stolz auf ihren kleinen Bruder, aber auch ein wenig neidisch auf seine schönen Augen. Den ganzen Tag beschäftigte sie sich damit.

Als sie abends endlich eingeschlafen war, da kam das Träumerle. Es fasste das Mädchen an der Hand und führte sie entlang des Sehnervs und durch ein Gewirr von Blutgefäßen



in Richtung Regenbogenhaut – die so genannte Iris.



Vor ihnen tanzten viele kleine dunkel-, hellbraune und gelbliche Körnchen herum. Da es nicht sehr viel zu sehen gab, und das erzählen für Eva mit Sicherheit langweilig sein würde, schnappte sich das Träumerle einige der bunten Körnchen und jonglierte lustig damit herum. Eins – zwei – drei – vier – fünf – sechs – sieben – acht? Nein nur sieben Körnchen schaffte Träumerle zu jonglieren. Eva versuchte es auch. Eins – zwei? Das Mädchen wechselte öfters die Farbe und warf immer ein Körnchen vor sich hoch und fing es wieder auf. So ist das Abenteuer im Auge interessant und lustig zugleich. So nun aber weiter. Diese Körnchen sind ein Farbstoff – das so genannte Melanin – der für die Farbe der Augen verantwortlich ist. Sie lagern sich in der Iris ein. Je nach Anzahl, Farbe und Mischung der Körnchen sehen die Augen dann grün, hell- oder dunkelbraun aus. Bei nur wenigen Farbkörnchen sehen die Augen eben blau aus. Was natürlich nur eine Täuschung ist. Denn eigentlich ist die Iris fast durchsichtig. Sie sieht für uns nur blau aus, weil sie den Blauanteil des Lichts zurückspiegelt. Je mehr Melanin die Iris enthält, desto dunkler sind die Augen. Manche Menschen behalten die Augenfarbe blau ihr Leben lang. Bei anderen färbt sich die Regenbogenhaut des Auges in den ersten Lebensmonaten grün oder braun. Weil Babys nur sehr wenig Melanin haben, erscheinen ihre Augen blau. Dieser Farbstoff wird nach und nach gebildet und bestimmt letztlich die Augenfarbe. Diese wird übrigens vererbt. Aber es kommt schon mal vor, dass eine Generation übersprungen wird. Wie bei Eva zum Beispiel, sie trägt die Augenfarbe ihrer Oma.

Erleichtert über das erfahrene, stieß Eva einen zufriedenen Seufzer aus und schlug ihre Augen auf. In den nächsten Monaten wird sie die Augen ihres Bruders genau beobachten. Vielleicht ist er ja einer von den Menschen, die so schöne himmelblaue Augen behalten.

 

 

 

 

Träumerle
oder
Gibt es eigentlich dumme Tiere




Heute ist auf dem Schulhof ganz schön was los. Die Kinder sind heftig am streiten und schmeißen gewaltig mit Schimpfwörtern um sich. Es fielen zum Beispiel die Wörter, „Du dumme Kuh“,“ Du dumme Gans“, Du dummes Schaf“, „Du dumme Sau“ und andere Tiernamen. Als schon keiner mehr wusste worum es eigentlich ging und sich alle nur noch aus Spaß an der Freude dumme Tiere einfallen ließen, da kam endlich ein Lehrer und brachte die Kinder zur Ruhe. In der Stunde unterhielten sich alle darüber, ob es eigentlich dumme Tiere gebe. „Die dumme Gans zum Beispiel, gibt einen hervorragenden Wachhund ab“, meinte der Lehrer. „Tiere haben einen siebten Sinn und wittern Brände und Überflutungen schon lange vor uns Menschen, sind sozusagen unsere Lebensretter“, fügte er noch hinzu. „ Und was ist daran dumm?“, fragte er seine Schüler. „Eure heutige Hausaufgabe lautet, „Gibt es eigentlich dumme Tiere?““, sagte dieser und beendete die Stunde.

Zu Hause spannte Eva die ganze Familie mit ein. Sie redeten, überlegten und redeten wieder, aber so richtig kamen sie nicht voran. Sie schauten auch ins Lexikon, aber ein dummes Tier fand keiner.

Als Eva am Abend eingeschlafen war, da erschien ihr das Träumerle. Nahm sie an die Hand und ging mit ihr in sein Haus. Auf Träumerles Tisch stand ein mit Wasser gefülltes Aquarium, ein Glas in dem sich etwas bewegte, dann lag da noch ein Brett und viele Nägel sowie zwei Hämmerchen. Als beide näher kamen, erkannte Eva in dem Glas einen Seestern. Aber zuerst einmal wurde gearbeitet. An zwei kurzen und einer langen Seite des Brettes schlugen beide die vielen Nägel ein. Die vierte Seite aber blieb offen. Während der Arbeit unterhielten sie sich über ihre bisherigen Abenteuer. Als alles fertig war, legte Träumerle das Brett über das Aquarium, setzte den Seestern darauf und nun begann das Warten. Plötzlich setzte sich der Seestern in Bewegung, ge-radewegs auf die Nägel zu. Träumerle sagte zu Eva: “Jetzt hat er das Wasser gewittert und will so schnell wie möglich dorthin. Jetzt war er an den Nägeln, er legte einen Arm zwischen zwei Nägel, er legte dann den zweiten Arm zwische zwei Nägel, aber er konnte nicht ins Wasser, denn ein anderer Nagel bremste ihn. Er konnte sich noch so mühen, es gelang ihm einfach nicht ins Wasser zu gelangen. Die schlaue Eva wusste natürlich sofort, das der Seestern doch nur in die Richtung der nagelfreien Richtung kriechen brauchte, aber der dumme Seestern mühte sich immer weiter ab. Damit er nicht austrocknete, griff das Träumerle beherzt zu und setzte ihn ins Glas zurück.

Daraufhin schlug Eva ihre Augen auf, frühstückte und lief so schnell sie konnte zur Schule, um allen von ihrem Traum zu berichten. Seitdem brüllten sich die Kinder in der Schule, wenn gestritten wurde, nur noch mit „Du dummer Seestern“ an. Die Lehrer konnten nichts dagegen sagen, denn der Seestern war ja wirklich dumm. Aber schon bald wurde das den Kindern langweilig und sie versuchten ihre Streitereien anders zu klären.

 

 

 

 

 

Träumerle
oder
Warum ist der Himmel blau?





An einem schönen Sommertag, ging Eva mir ihren Eltern spazieren. Sie sammelte viele bunte Kieselsteine. Den schönen roten behielt sie in der Hand. Unter einem großen Baum,



der seinen Schatten weit ins Land schickte machten sie ein Päuschen und picknickten. Eva mochte das sehr. Sie saß so da und bewunderte den blauen Himmel, der sich weit hinten am Horizont mit einem leuchtend gelben Rapsfeld vereinigte. Eva machte es auch sehr viel Freude sich auf die Wiese zu legen, auf einem Grashalm zu kauen und am Himmel die kleinen Wölkchen zu zählen und ihnen nachzuschaun. Als sie eine Weile auf ihrem Grashalm herumkaute wurde sie müde und schlief ein.

Plötzlich erschien das Träumerle und nahm sie mit in ein dunkles schwarzes Reich. Dort schwebten viele große Steine an ihnen vorbei. Weit, weit weg, sah Eva einen riesigen Feuerball. Träumerle sah wie ihre Augen strahlten und die Wangen vor Aufregung glühten und erklärte Eva, dass dies die Sonne wäre. "Und was ist das dort, was genauso aussieht wie meine Kieselsteine?", fragte Eva. "Diese Steine werden Planeten genannt.



Der rote dort, der heißt Mars.



Und der graue dort, mit den vielen Vertiefungen, das ist der Mond. Diese Vertiefungen kannst du auch von der Erde aus sehen. Wenn der Mond,



von der Sonne angestrahlt, am abendlichen Himmel gelb und kugelrund leuchtet, dann zeigt er Dir sein freundliches Gesicht. Und genau das sind die vielen Vertiefungen, genannt Krater. Aber dort zu den blauen Planeten, die Erde, da führt uns unser Weg hin.

Sie wanderten über die Milchstraße, an großen und kleinen Steinen vorbei, in Richtung Erde.



Auf ihrem Weg, stießen sie plötzlich an eine unsichtbare Mauer. "Hier reichen unsere Kräfte nicht, Eva,",sagte das Träumerle "suche dir einen roten oder gelben Sonnenstrahl und dann kann unser Abenteuer losgehen." Da war ein ganz schönes Gewirr, denn die Sonne strahlte in allen Farben des Regenbogens - also in Violett, blau, grün, gelb und rot - durch diese Mauer auf die Erde. "Diese Mauer nennt man Atmosphäre," sagte das Träumerle "dies ist eine Hülle, die sich wie ein Ring um die Erde schmiegt. Sie besteht aus aus vielen unsichtbaren Luftschichten und winzigen Teilchen, die übereinander liegen - wie Stockwerke bei einem Hochhaus.

Als Eva einen roten Sonnenstrahl gefunden hatte, setzte sie sich sogleich darauf und sauste wie der Wirbelwind durch diese Mauer, geradewegs zur Erde. Doch was war das, es rappelte und zappelte neben Eva und dem Träumerle, welches natürlich auf einem gelben Sonnenstrahl saß, und das blaue Licht wurde auseinander gerissen. Da das blaue Licht versteckte sich natürlich in den violetten und grünen Strahlen, das wußte Eva und das wäre sehr gefährlich geworden. Das blaue Licht blieb nämlich an den kleinen Teilchen der Azmosphäre hängen, prallte an den Staub-, Rauch- und Schmutzteilchen ab und zerstreute sich in alle Richtungen. So entsteht der blaue Himmel der ja eigentlich schwarz ausehen müsste.Eva und Träumerle flogen geradewegs zur Erde, da die Atmosphäre nur wenige rote und gelbe Anteile des Lichts aufnimmt.

AlsEva aufwachte schimmerte der Himmel schon rotorange.



Die Sonne wollte gerade untergehen, und die Familie machte sich auf den Heimweg. Wenn Eva genau überlegt, ist der Himmel gar nicht immer blau. Bei Gewitter beispielsweise, ist er grau, oder bei einem Sonnenuntergang, wie gerade jetzt, schimmert er rot-orange. Das ist natürlich eine ganz andere Geschichte.

Aber an klaren Tagen wie heute, wirkt er eben blau.

 

 

 

 

Träumerle
oder
Der Gartenteich




Vor garnicht allzu langer Zeit, ist Eva mit ihrer Familie in das neue Haus gezogen. Hinter dem Haus befindet sich einr riesengroßer, wunderschöner Garten. In diesem stehen 4 wunderschöne große alte knorrige Bäume und zwischen denen liegt ein wunderschöner Teich. Eva ging jeden Tag dorthin und beobachtete was dort sopassierte. Frösche hüpften von einem zum anderen Seerosenblatt, Goldfische tummelten sich unter der Wasseroberfläche, vögel badeten an seichten Stellen im Wasser und dort lief so schnell er konnte ein Wasserläufer plitsch-platsch, plitsch-platsch über das Wasser. Die blau schillernden Libellen tanzten im Flug über das Wasser und Eva erfreute sich daran. Hier war es auch, wo Eva im Schatten der Bäume so gern ihren Mittagsschlaf hielt. Ein Moskitzonetz bot ihr Schutz vor den Mücken, die dort natürlich auch gern tanzten.

Als Eva in der Hängematte eingeschlafen war, da erschien ihr das Träumerle, welches zu ihr sagte: "Komm mit, ich zeige Dir wie es im Teich aussieht:" Eva dachte so bei sich, "So lange kann ich doch noch garnicht tauchen, um alles sehen zu können:" Da Träumerle ja Gedanken lesen kann, fasste es in die Tasche,und holte einen kleinen Topf und einen Trinkhalm heraus. Das Männlein rührte mit diesem in dem Topf herum und dann blies und blies und blies es in den Trinkhalm, bis daraus eine Blase wuchs, so groß, dass beide darin Platz fanden. Mit der Traumblase aus dem Traumsaft schwebten beide aus der Hängematte, kullerten über die Wiese geradewegs in den Teich hinein.

Sie sanken tiefer und tiefer in den Teich hinein und die Fische glotzten mit ihren großen Augen was dort wohl passierte. Neugierig schwammen sie um die Traumblase herum und stupsten sie an, so dass sie sich durch den Teich bewegte. Jetzt begann Evas großes Abenteuer in ihrem Lieblingsteich.

Jetzt erst sah sie was für ein reiches Leben unter dem Wasser wimmelte, wo sie sonst nur ein Vorbeihuschen von Scatten warnahm. Als sie so am Grunde dahin kullerten, kamen sie auf ein ekliges, greuliches Ungetüm zu. Das häßliche, längliche Etwas lag still und lauernd am Boden. Als sich ein kleines Würmchen vorbeischlängelte, warf dieses Etwas eine Zange vor, die es bisher unter seinem Kopf verborgen gehalten hatte und packte das Würmlein. Dann wurde die Zange eingezogen und das Würmlein unbarmherzig verspeist. Eva fragte nur: "Wasist denn das für ein Ungetüm? "Dies ist eine Seejungfer, eine Libelle, welche ihre Eier im Wasser ablegen, daraus schlüpfen dann die Larven, die so hässlich aussehen wie dieses Ungetüm hier.", antwortete das Träumerle. Die Traumblase rollte weiter und an ähnlichenGeschöpfen vorbei, welche nur etwas kleiner waren und denen die Fangzange der Libellenlarven gänzlich fehlte. "Träumerle, ist dies die Larve einer kleinen Libelle?", fragte Eva."Aber nein, dies ist die Larve einer Eintagsfliege.", antwortete das Träumerle. Die Tiere, die wir im Sommer über der Wasseroberfläche schwirren sehen, können wir jetzt als Kinder im Wasser beobachten.", fügte das Männlein noch hinzu.

Plötzlich begannen die Fische die Blase nach oben zu stupsen und Ball zu spielen. Auch hier gab es viel zu sehen, wenn es nur nicht so schaukeln würde. An der Wasseroberfläche entlang, schwammen kleine zierliche Dinger, welche um atmen zu können immer eine Röhre ihres Körpers aus dem Wasser heraus streckten. "Gehe ich recht in der Annahme," fragte Eva, "das dies kleine Larven sind?" "Dies sind die Larven der Stechmücken." erklärte das Träumerle. Eva interessierte es nun, ob die Larven auch Fische stechen, um ihnendas Blut auszusaugen. Darauf antwortete das Träumerle: "Aber nein Eva, sie sind nicht böse, sie ernähren sich von Pflanzenteilen und lassen andere Tiere in Ruhe. Im Gegenteil , sie werden von Fischen und Insekten gefressen und doch bleiben noch genug übrig um uns als Mücken zu plagen."

Jetzt durchfuhr Eva ein Schauer der sie zum schütteln brachte."Pfui, eine Spinne!" rief sie. "Seit wann gehen denn Spinnen auf dem Wasser spazieren?", fragte sie das Träumerle. "Aber Eva," erwiederte das Träumerle, "zähle doch erst einmal die Beine! Spinnen haben acht Beine und unseres hat nur sechs. Die hier ist ein Wasserläufer." Sie sahen gespannt nach oben. Raschen Fußes bewegte sich das Tier über die Wasseroberfläche. Nie aber wurde der Wasserläufer feucht. Als eine Fliege aufs Wasser fiel, eilte er wie der Blitz auf sie zu und fraß sie auf.

Sie schwebten aber auch an großen Fröschen und kleinen Kaulquappen vorbei, und Träumerle erzählte: "Frösche sind wahre Bauchredner, wenn sie abends ihr Quakkonzert beginnen,tun sie es mit geschlossenem Maul, nur die Kehlsäcke schwellen an und ab. Sie trinken auch nicht mit dem Maul, sondern ihre Haut nimmt soviel Wasser auf wie ihr Körper braucht. In ihrem Maul aber befindet sich einen lange klebrige Zunge, mit der sie schnell und genau Insekten anpeilen und dann verschlingen."

Die Traumblase schwebte immer weiter an der Wasseroberfläche entlang und genau auf einen spitzen Gegenstand zu. Es gab kein ausweichen. Aber kurz vorm Platzen der Blase schlug Eva ihre Augen auf, sprang aus der Hängematte und beobachtete wieder die Tiere. Die tanzenden Libellen, die auch in der Luft räuberten und mordeten. Die Eintagsfliegen, die nicht mehr ans Fressen dachten sondern nur noch ans Heiraten. Sie erschlug einige Mücken, die als Larven den Fischen entkommen sind. Sie bewunderte das Quakkonzert der Frösche und beobachtete den flitzenden Wasserläufer. Nun war es bald wieder Zeit sich ins Haus zu begeben, weil es schon Abend wurde.

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